Rhythmusstörungen
Der
Herzrhythmus unterliegt in hohem Maße dem Einfluss des vegetativen oder auch
autonomen Nervensystems mit seinem Anspannungspol, Sympathikus und seinem
Erholungspol, Parasympatikus bzw. Vagus. Bei einem Ungleichgewicht dieses
Systems können vermehrt Rhythmusstörungen auftreten.
Wenn diese
Rhythmusstörungen
als unangenehm empfunden werden, wobei die meisten
Menschen sie nicht oder kaum wahrnehmen, sollte eine ärztliche Abklärung
erfolgen. Eine genauere Bestimmung der Art von Rhythmusstörungen ist nur
mit dem EKG, evtl. mit einem Langzeit-EKG über 24 Stunden möglich. Hiermit können
harmlose Formen von ernsteren Störungen unterschieden werden.
Vor allem ist
es notwendig festzustellen, ob andere Herzerkrankungen vorliegen. So können Rhythmusstörungen
z. B. auf eine Veränderung der Herzkranzgefäße (coronare
Herzkrankheit, KHK) hinweisen. Auch Herzmuskelentzündungen oder Herzklappenschädigungen
können Rhythmusstörungen auslösen. Diese könnten eine Minderung der
Pumpleistung, eine Herzschwäche, auslösen oder sogar zum Herzstillstand führen.
Diese Komplikation ist der Grund zu dem viel geäußerten Rat, vor Aufnahme
eines körperlichen Trainings, z. B. Joggen, zunächst den Arzt aufzusuchen, um
eine Herzerkrankung auszuschließen. Weitere Ursachen für Rhythmusstörungen sind Stoffwechselstörungen, Schilddrüsenerkrankungen (Überfunktion), übermäßiger
Gebrauch von Genussgiften (Alkohol, Coffein, Nikotin), oder auch angeborene Störungen.
Zur Therapie,
vor allem bei Herzgesunden, sind Maßnahmen zur Stabilisierung des vegetativen
Nervensystems günstig. Erreicht wird dies durch Entspannungsverfahren wie
Autogenes Training und Tiefenmuskelentspannung nach Jacobson (PMR), mäßiges körperliches
Ausdauertraining, genügend Schlaf, evtl. Reduktion von Genussmitteln. Höhergradige Rhythmusstörungen oder solche bei einer Herzkrankheit können medikamentös behandelt werden, vor allem mit dem sogenannten Betarezeptorenblockern. Als eingreifende Maßnahmen bei potentiell lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen kommen verschiedene Herzschrittmachersysteme zum Einsatz. Die Psychotherapie kann vor allem bei den als quälend erlebten, aber ärztlich als funktionell bzw. nicht bedrohlich eingeschätzten Rhythmusstörungen hilfreich eingesetzt werden. Sie kann bei der Feststellung und Korrektur ungünstiger Verhaltensweisen helfen. Oftmals sind diese dem besten Willen ja kaum zugänglich; wer kennt nicht die sogenannten Silvesterwünsche. Solche ungünstigen Verhaltensweisen sind öfter Teil anderer Erkrankungen wie depressiven Verstimmungen, Angsterkrankungen etc. Neben tiefenpsychologisch orientierten Verfahren bietet die Verhaltenstherapie sehr wirksame Programme, z. B. als Stressbewältigungstraining. Hierzu gehören auch die genannten Entspannungsverfahren die eine eigenverantwortliche „Basis-Psychotherapie“ bei regelmäßiger Anwendung ermöglichen.
In der
Hardtwaldklinik II werden Rhythmusstörungen bei der ärztlichen
Mitbehandlung berücksichtigt mit der Möglichkeit fachärztlich-internistische
Diagnostik und Beratung. Meist sind funktionelle Rhythmusstörungen Teilsymptome eines breiteren, psychosomatischen (körperlich-seelischen) Leidens. Durch ihren appellativen Charakter haben sie jedoch gute Signalwirkung, um den Patienten auf tiefere Störungen aufmerksam zu machen wie etwa ein klapperndes Geräusch in einem Automotor. Nach Abklärung körperlicher Ursachen und weiter bestehender Beeinträchtigung oder Verängstigung ist eine psycho-somatische Untersuchung und Therapie notwendig, zunächst ambulant, dann aber auch stationär möglich, wie in der Hardtwaldklinik II durchgeführt. Mit den besten Wünschen Ihr Dr. L. Zielinski
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
Sagen Sie uns ruhig mal Ihre
Meinung! Sie möchten diesen Artikel
ausdrucken? Markieren Sie den gewünschten Text, gehen Sie in der Symbolleiste
auf "Datei", dann auf "Drucken", danach "Markierung" anklicken und dann erst
drucken, denn sonst verlieren Sie durch die nachfolgende Themenübersicht
unnötiges Papier.
Weitere
Fragen? Ihre Meinung?
HARDTWALDKLINIK II Kostenfreie Servicenummer 0800 / 9 14 63 60 Haftungshinweis: |